Terminhinweis

In der deutsch-polnischen Buchhandlung Buchbund gibt es wieder zwei spannende Lesungen.

Berliner Perspektiven: Miron Białoszewski

2.11.2019 | 19:00 Uhr | Polnisch & Deutsch | Eintritt frei

„Wenn er in Paris oder New York gelebt hätte, hätte niemand gefragt, mit wem er schlief, wann er aufstand und wie er sich anzog. Er lebte aber im sozialistischen Warschau. Seit seinem Rausschmiss aus der Redaktion von „Świat Młodych“ (Junge Welt) im Jahr 1951 war er nirgendwo mehr tätig. Er darbte bis 1956 und konnte sich manchmal nur eine Portion Reis in einer Milchbar leisten. Doch dann brach sein Schreiben aus. Er fand endlich seine Sprache, seinen eigenen Weg. Das war eine der glücklichsten Perioden seines Lebens.

Nach dem Erfolg von „Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand“ 1970 hatte er zum ersten Mal in seinem Leben Geld, das er hauptsächlich für Schallplatten und teure Geschenke ausgab. In einer kommunalen Einzimmerwohnung, von der Hausverwaltung belästigt und regelmäßig von der Staatssicherheitsdienst verhört, führte er das Leben eines französischen Surrealisten oder New Yorker Beatniks. Ohne einen Schatten des Grolls gegen das Schicksal. Er wusste, dass er für seine Freiheit mit etwas bezahlen musste, und dass es kein Zurück mehr gab.“ Tadeusz Sobolewski

Über Miron Białoszewski – sein Leben, seine Stadt, seine Sprache und seine literarische Bedeutung – sprechen Tadeusz Sobolewski und Esther Kinsky.

Moderation: Marcin Piekoszewski.

Tadeusz Sobolewski, Filmkritiker und Autor. Seit 1995 arbeitet er für die Gazeta Wyborcza. Er war ein langjähriger Freund von Miron Białoszewski. 2012 erschien sein (auto)biografisches Buch „Der Mensch Miron“.

Esther Kinsky, Schriftstellerin und Übersetzerin. Für ihr umfangreiches Werk, das Übersetzungen aus dem Polnische, Russischen und Englischen ebenso umfasst wie Lyrik, Essays und Erzählprosa, wurde sie vielfach ausgezeichnet. Sie hat Miron Białoszewskis Erinnerungen aus dem Warschauer Aufstand zwei Mal ins Deutsche übertragen.

Eintritt frei. Das Gespräch findet auf Deutsch und Polnisch statt und wird simultan gedolmetscht.

Die Reihe „Berliner Perspektiven: Neue Polnische Bücher im Gespräch“ wird gefördert von: 

Berlin – Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten und Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Partner:  Trialog e.V. – Netzwerk junger Ideen.

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15.11.2019 | 19:00 Uhr | Eintritt frei

Reisebericht, Lesung und Gespräch mit Marcel Krueger

Seit 2009 vergibt das Deutsche Kulturforum östliches Europa das Stadtschreiber-Stipendium. 2019 ging das Wanderstipendium nach Allenstein/Olsztyn, die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. 

Während seines fünfmonatigen Aufenthalts in Allenstein/Olsztyn berichtete der Stipendiat Marcel Krueger in einem Blog über seine Beobachtungen und Begegnungen mit Land und Leuten. In zahlreichen Veranstaltungen mit den Kooperationspartnern konnte er Kontakte zu den verschiedensten Kultureinrichtungen vor Ort knüpfen und mit vielen Bewohnern ins Gespräch kommen. Nun blickt er auf diese außergewöhnlichen fünf Monate zurück und erzählt, was er in dieser Zeit auch über seine mit der wechselvollen Geschichte Ermlands verknüpfte Familiengeschichte und über sich selbst lernen konnte: Seine Großmutter Cäcilie stammt aus Lengainen/Łęgajny bei Allenstein/Olsztyn und ihr Bruder Franz wurde als Spion für Polen 1942 von den Nationalsozialisten hingerichtet.

Mit Marcel Krueger und Dr. Magdalena Gebala vom Deutschen Kulturforum östliches Europa spricht Arkadiusz Luba, Autor und Journalist.

Das Stipendium wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) dotiert und in Zusammenarbeit mit der Stadt Allenstein/Olsztyn und der Stiftung Borussia durchgeführt.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Deutsch-Polnischen Buchhandlung buch|bund und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Der Eintritt ist frei.

Marcel Krueger, 1977 in Solingen geboren, wohnt in Irland und arbeitet als Autor, Übersetzer und Redakteur. Er findet seine Themen meist auf Reisen und in der europäischen Geschichte. Für das Berliner Elsewhere Journal arbeitet er als Buchredakteur und schreibt u. a. für The Daily Telegraph, The Guardian, die Süddeutsche Zeitung und CNN Travel. 2018 erschien Babushka’s Journey − The Dark Road to Stalin’s Wartime Camps, ein melancholischer Reisebericht auf den Spuren seiner Großmutter von Ostpreußen in die sowjetischen Arbeitslager. Die deutsche Übersetzung erschien u. d. T. Von Ostpreußen in den Gulag. Eine Reise auf den Spuren meiner Großmutter ein Jahr später im Reclam Verlag.

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